Architektur der Ritterorden - Thema einer neuen Ausstellung auf dem Rittergutsschloss
Reinhard BergmannVor zwei Jahren war der Weißenfelser Maler Reinhard Bergmann schon einmal in Taucha mit einer großen Gemälde- und Benefizveranstaltung "Burgen und Schlösser". Am Freitag Abend wurde in der Schlossgalerie nun eine neue Ausstellung mit seinen Bildern eröffnet. Auf den ersten flüchtigen Blick könnte man meinen, nichts Neues, auch diesmal geht es wieder um Burgen und Schlösser. Sieht man aber genauer hin, dann erschließt sich dem Betrachter, dass es dem Maler nicht nur um die Architektur geht, sondern vielmehr um eine Geschichte die alle dargestellten Burgen und Schlösser verbindet: Dort, z.B. auch in den Schlössern in Rochlitz und Mügeln waren einst die Ritterorden zu Hause.

Die Geschichte hinter den Gemäuern hat Bergmann schon immer interessiert und so wurde er während einer Israelreise im Herbst 2011 zu dem historischen Thema "Ritteroden" für seine Malerei inspiriert. Die Mitglieder der Ritterorden, die von der katholischen Kirche inszeniert, zumindest aber von ihr gefördert wurden, waren Mönche, die sich der Pflege Kranker und Verwundeter während der Zeit der Kreuzzüge annahmen. Der bedeutendste Ritterorden waren die Templer, die sogar dem Papst persönlich unterstanden. Die Templer haben sich übrigens auch im Süden von Berlin angesiedelt und im heutigen Stadtteil Tempelhof findet man auch noch heute Spuren der Templer. Dazu gab es noch die Johanniter, die aus dem in Jerusalem ansässigen Johanniterorden hervorgingen, und der Deutsche Orden, dessen Ursprünge auf ein Feldhospital während des 3. Kreuzzuges 1190 zurückzuführen sind. Die Burgen und Schlösser wo diese Ritterorden zu Hause waren hat Reinhard Bergmann alle persönlich besucht, vor Ort skizziert um sie schließlich in seinem Atelier mit der Ölfarbentechnik auf Leinwand zu bannen. Gemalt hat er immer nur das, wo er auch selbst gewesen ist.

Seine Bilder erkennt man sofort an der Dominanz der Farbe "Orange", kein Wunder Reinhard Bergmann ist der Orangemaler. Die Bilder selbst hängen nicht chronologisch, sondern wurden entsprechend des Raumes kreativ platziert, wie Bergmann den Besuchern erläuterte. Von über 200 Bildern, die Bergmann zum Thema gemalt hat sind 30 in der Ausstellung "Architektur der geistlichen Ritterorden" zu sehen. Zur Vernissage der Ausstellung gab es auch besondere Musik, gespielt auf historischen Instrumenten wie der Gongtrommel, der Japanischen Flöte und der Maultrommel. Sven Otto, Mitorganisator des vor kurzem in Taucha stattgefundenen "Ancient Trance Festival" ließ noch einmal Weltmusik durch das Tauchaer Rittergutsschloss wehen.

Die Kunstausstellung in der Schloßgalerie ist noch bis 20. Oktober an den Wochenenden von 14 bis 16 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet 2 Euro. Die Bilder stehen natürlich auch zum Verkauf. Am nächsten Samstag wird mit Rüdiger Bartels "Maskenball" die nächste Ausstellung in Taucha eröffnet.

Veröffentlicht am 01.09.12 auf www.taucha-online.de