Sorry, aber Du hast keine Berechtigung, diesen Beitrag anzusehen. (Im Moment hat Blogger.de ein Problem, diese Meldung muss also nicht unbedingt was mit Dir und diesem Blog zu tun haben. Für mehr Informationen schaue bitte unter info.blogger.de und hilfe.blogger.de nach.)

Im Sommer finden die Lesungen des Marienbrunner Literaturstammtisches (MLST) als lockere Gesprächsreihen in der Mãmã Kosmos statt. Zum Auftakt stellte sich Wolfgang Brand besser bekannt als Clown Monello den Fragen von Hans-Dieter Hormann, der einst 14 Jahre in Leipzig ein Clown-Museum betrieben hat.
Ein ganz besonderer Gast des Abends war Traudel Thalheim. Die Journalistin und Autorin, die bereits aus ihren eigenen Büchern im Mãmã Kosmos gelesen hat, nahm diesmal als interessierte Zuhörerin an der Veranstaltung teil. Zu Beginn des Abends war es dem Moderator Hormann eine besondere Ehre, ihr im Namen des MLST nachträglich zum 96. Geburtstag zu gratulieren, den sie erst vor Kurzem gefeiert hatte.
Mütterlicherseits ist Monello ein Nachfahre des Adelsgeschlechtes derer von Carlowitz. Das Erkennungszeichen der Familie waren „Drei schwarze Kleeblätter“, die im gleichnamigen Buch in der Reihe „Adel in Sachsen“ (16. Band) des Via Regia Verlages näher vorgestellt wurden. Aber zur Lesung am Donnerstagabend (2.07.) ging es weniger um dieses Buch, als um Monello selber, der doch ein wenig aus der Art geschlagen erscheint oder vielleicht gerade deshalb ein würdiger Nachfahre des Adelsgeschlechtes ist. Immerhin war der sächsische Hofmarschall von König Albert sein Uropa.
Das Wort Monello kommt aus dem Italienischen, auf Deutsch übersetzt heißt es „Schelm“, sagte er gleich zu Beginn auf die Namensgebung angesprochen. Ein Schelm ist er auf jeden Fall, denn auf die Frage wie er dazu gekommen ist, entgegnete Brand: „In Amsterdam ist mir irgendwann das Geld ausgegangen und so bin ich in meine Clowns-Klamotten geschlüpft.“ Ja zu DDR-Zeiten hat er zwar mal Stahlbauschlosser gelernt, aber da er den Wehrdienst verweigert hat, nie eine richtige Anstellung erhalten. Also tingelte erst durch den Osten und dann nach der Wende durch Europa. „Ich habe immer versucht, das zu machen, was ich wollte“ sagte er dazu. So war er mit Frank Wollny und seinen Bandprojekten auf Tour, hat auch Blockflöte gelernt und auf dem familiären Reiterhof in Dresden gearbeitet. Die Wende im Herbst 89 har er gar nicht mitbekommen, denn da war er gerade 4 Monate in Rumänien mit seinen jonglierenden Handpuppen unterwegs. Nach der Wende zog es ihn zuerst nach Amsterdam, dem internationalen Kulturzentrum. Dort hat er sich zum Beispiel durch Kauf und Verkauf eines Segelbootes über Wasser gehalten, bis ihm wie gesagt das Geld ausging und er als gackernde Huhn in Clownsklamotten die Leute auf der Straße begeisterte. Gackern kann er übrigens auch heute noch, was er zum Gelächter der Besucher noch einmal vorführte. Von Amsterdam zog es ihn dann 10 Jahre nach Italien, und war da überall auf der Suche nach sich selbst. Bis er sich endgültig entschloss Clown zu werden und sich den Namen „Monello“ zu geben. „Ich bin als Clown geboren“ sagte er rückblickend auf sein Leben. Die Pflege seiner Mutter hat in dann schließlich nach Deutschland zurückgerufen und dann hat es ihn nach Leipzig als Straßenmusiker verschlagen, wo er auch Hans Dieter Hormann kennen lernte. Spätestens da kamen Beide ins Schwärmen über ihre gemeinsame Vergangenheit.
Auf die Frage was Clown-Sein ihm, bedeutet sagte er: Clown bedeutet ein Spiegelbild der Gesellschaft zu sein, wo man auch über sich selber lachen kann“. Ja und Leipzig ist für ihn eine großartige Stadt mit viel Kultur. Er hat sich seine Freiheit selbst erkämpft und steht auch dazu. Aber seine Basis, das ist eben die Geschichte derer von Carlowitz, ein adliger Clown eben. Der Abend wurde gefilmt ist demnächst auf Instagramm zu sehen. Die Gesprächsreihe in der Gartenlounge wird am 6.8. fort gesetzt zu Gast ist dann der Marienbrunner Allrounder und Artist Gerd Voigt mit seinen Lebensgeschichten.
Text und Fotos: MLST
mkudra am 10. August 26
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren