Ruprecht Frieling alias Prinz Rupi und seine Grotesken, die doch ein Ende nahmen

Zur Wohnzimmerlesung des Marienbrunner Literaturstammtisches (MLST) am 7. Mai´26 war der bekannte Fotograf, Journalist, Autor und Verleger Ruprecht Frieling gekommen, der sich nach seiner offiziellen Karriere im Verlagswesen unter dem Pseudonym »Prinz Rupi« neu erfunden hat. 2004 schuf er die Online-Plattform Literaturzeitschrift.de als ersten deutschsprachigen Bücher-Blog. Seitdem präsentiert er dort vereint mit anderen unabhängigen Rezensenten Empfehlungen, Meinungen und Besprechungen zu Büchern und Hörbüchern abseits des Mainstreams.

Doch seine Lesung am Donnerstagabend im Mamakosmos war eine Hommage an Hermann Harry Schmitz, einen nach Frielings Meinung zu unrecht fast vergessenen Autor grotesker Texte, der auch als Vorläufer des deutschen Surrealismus gilt. Schmitz will Ruprecht Frieling alias Prinz Rupi sein neues Buch: „Der Ritt des Oktopus“ widmen, das im Herbst erscheinen soll. Aus dem Inhalt des Buches stellte Frieling bei seiner Lesung schon einmal vorab einige groteske Geschichten vor, und ihm gelang es dabei hervorragend die Zuhörer mit seinem Humor zwei Stunden lang vortrefflich zu unterhalten und zum Lachen zu bringen. Gekonnt begann er dabei mit der Geschichte: „Die Lesung, die kein Ende nahm“, um dann das Restaurant zur inneren Einkehr als kulinarischen Möglichkeitsraum darzustellen. Ja und zum Schluss gab es in der „Seniorenresidenz zur schattigen Blüte“ noch eine Apfelschorle als Seniorenspritz. Dabei erwies sich Frieling als „Maler von Worten“, wie es Iradj Etezadzadeh, der als Freund des Autors zur Lesung gekommen war, treffend formulierte.

Auch Mike Ziegelmeier, der in Leipzig mit seiner Frau ein Trauma-Institut leitet, und Frieling schon mehrfach erlebt hat, ist ein Freund der Geschichten, die „für opernhafte Heiterkeit sorgen aber dabei nicht überzogen sind“, wie er es treffend formulierte. Ausdrücklich lobte Ziegelmeier das fantastische Ambiente der Wohzimmerlesungen im MãmãKosmos, wo man „mit guten Freunden zusammen sitzen kann“.

Dafür gibt es am 4. Juni um 19 Uhr die nächste Möglichkeit, wenn der deutsche Theaterschauspieler und Theaterregisseur, Erwin Leister zur Wohnzimmerlesung in den Mãmãkosmos kommt. Freuen wir uns darauf.