Erwin Leister’s Reise „Ungeschminkt“ durch 4 deutsche Systeme
Erwin Leister
Beim Marienbrunner Literaturstammtisch hat Erwin Leister alle Rekorde gebrochen. Zum 3. Mal war der inzwischen 101- jährige beim MLST zu Gast, zuerst 2019, dann im vergangenen Jahr und nun am letzten Donnerstag bei seiner Lesung im übervollen Mãmã Kosmos. Leister hat 4 deutsche Systeme erlebt. Zwei davon prägten ihn besonders: Die Zeit des Nationalsozialismus und die DDR. Begeistert war der Thüringer Lehrersohn mit seinen Klassenkameraden damals in den 2. Weltkrieg gezogen, aber die Ernüchterung nach britischen Attacken und qualvollem Sterben neben ihm kam in Afrika schnell. Dort hat sich das eingebrannt, was in auch heute noch und immer wieder rumtreibt: Nie wieder Krieg. Verwundet kam er in kanadische und englische Gefangenschaft und lernte dort nicht nur seine große Liebe kennen, sondern auch die Liebe zum Theater. Nach seiner Entlassung hatte er in Erfurt Schauspiel studiert und bekam 1949 im noch 80% zerstörten Nordhausen sein erstes Engagement. Da brillierte er als jugendlicher Held und Liebhaber, drastisch aber auch komödiantisch. Weitere Engagements folgten wie in Greiz. Dort entdeckte er sein Liebe zur Operette und inszenierte direkt seine 1. Operette: „Die Perle von Tokay“. Dann wurde er wie er selbst sagt „weiter gereicht“ und bekam von der Konzert- und Gastspieldirektion der DDR den Auftrag in Kairo die Super-Revue „1000 Jahre Kairo“ zu inszenieren, mit einem sehr großen Erfolg. Es folgte ein Engagement in Polen, wo er die Operette Fledermaus inszenierte, und ab 1970 an der Musikalischen Komödie (MUKo) in Leipzig. Dort hatte er bereits 1967 seinen ersten Auftritt mit einem Strip auf der Bühne in der Operette „In Frisco ist der Teufel los“. Als Oberspielleiter der Muko hat er insgesamt 50
Inszenierungen die Bretter gestellt, mit „Sweet Charity“ seinem ewigen Glanzstück. Auch woanders hat er die Puppen zum Tanzen gebracht, z.B. im Puppentheater (Zwickau, Dresden). Auch als Rentner i st er dem Genre treu geblieben und hat 13 Jahre lang den Musical-Nachwuchs an Leipzigs Musikhochschule betreut. Ja und dann war er auch als spitzzüngiger Marktmeister bei den Markttagen in Leipzig 20 Jahre lang zu erleben.


Beim Marienbrunner Literaturstammtisch hat Erwin Leister alle Rekorde gebrochen. Zum 3. Mal war der inzwischen 101- jährige beim MLST zu Gast, zuerst 2019, dann im vergangenen Jahr und nun am letzten Donnerstag bei seiner Lesung im übervollen Mãmã Kosmos. Leister hat 4 deutsche Systeme erlebt. Zwei davon prägten ihn besonders: Die Zeit des Nationalsozialismus und die DDR. Begeistert war der Thüringer Lehrersohn mit seinen Klassenkameraden damals in den 2. Weltkrieg gezogen, aber die Ernüchterung nach britischen Attacken und qualvollem Sterben neben ihm kam in Afrika schnell. Dort hat sich das eingebrannt, was in auch heute noch und immer wieder rumtreibt: Nie wieder Krieg. Verwundet kam er in kanadische und englische Gefangenschaft und lernte dort nicht nur seine große Liebe kennen, sondern auch die Liebe zum Theater. Nach seiner Entlassung hatte er in Erfurt Schauspiel studiert und bekam 1949 im noch 80% zerstörten Nordhausen sein erstes Engagement. Da brillierte er als jugendlicher Held und Liebhaber, drastisch aber auch komödiantisch. Weitere Engagements folgten wie in Greiz. Dort entdeckte er sein Liebe zur Operette und inszenierte direkt seine 1. Operette: „Die Perle von Tokay“. Dann wurde er wie er selbst sagt „weiter gereicht“ und bekam von der Konzert- und Gastspieldirektion der DDR den Auftrag in Kairo die Super-Revue „1000 Jahre Kairo“ zu inszenieren, mit einem sehr großen Erfolg. Es folgte ein Engagement in Polen, wo er die Operette Fledermaus inszenierte, und ab 1970 an der Musikalischen Komödie (MUKo) in Leipzig. Dort hatte er bereits 1967 seinen ersten Auftritt mit einem Strip auf der Bühne in der Operette „In Frisco ist der Teufel los“. Als Oberspielleiter der Muko hat er insgesamt 50
Inszenierungen die Bretter gestellt, mit „Sweet Charity“ seinem ewigen Glanzstück. Auch woanders hat er die Puppen zum Tanzen gebracht, z.B. im Puppentheater (Zwickau, Dresden). Auch als Rentner i st er dem Genre treu geblieben und hat 13 Jahre lang den Musical-Nachwuchs an Leipzigs Musikhochschule betreut. Ja und dann war er auch als spitzzüngiger Marktmeister bei den Markttagen in Leipzig 20 Jahre lang zu erleben.

Am Donnerstag, dem 2.7. geht es um 19 Uhr beim MLST weiter mit einem Gartenabend. Zu Gast ist dann der dienstälteste und adlige Leipziger Staßenclown Monello.

Text: Matthias Kudra und Susi Günther, Fotos: Nick Fleicher