Phänomenale 18. Rocknacht auf dem Schlosshof

Die 18. Rocknacht, die am Samstag Abend auf dem Schlosshof stattgefunden hat, war eine ganz Besondere. Nicht nur, dass die Lokalmatadoren „Four Roses“ eines ihrer letzten Konzerte in alter Besetzung gespielt haben. Mit Jesus Volt war eine französische Crossover Band zu Gast, die mit absolut geradlinigen und wirklich perfekt gespielten Rock u.a. von Black Sabbath und AC/DC, die über 500 Besucher auf dem Schlosshof wie in einen Rausch gespielt haben.

Da hatten es „Four Roses“ wieder einmal schwer, die Rockfans auf ihre Seite zu ziehen. Aber sie harrten aus. Das hatte auch einen ganz besonderen Grund: Mit Flecke steigt einer der Bandgründer Ende August bei „Four Roses“ aus. Er will sich nach eigenen Aussagen beruflich verändern und die anstrengenden Touren machen ihn gesundheitlich zu schaffen. Das Konzert in Taucha war damit eines seiner Abschiedskonzerte. Noch einmal zeigte er seinen Fans, was man alles aus einer Gitarre herausholen kann, z.B. wie man bei “Am Fenster” die Geige auf der Gitarre spielen kann. Phänomenal, auch der Anfang, als Massa auf seinem Saxophon den Blues im wahrsten Sinne des Wortes Leben einhauchte oder auch Làzslò Balàzs, der in den notwendigen Umbaupausen das Publikum bei bester Laune mit seiner Gitarre und der kräftigen Stimme hielt. Wie beschrieb doch Tonelli, Moderator der Rocknacht, Inhaber der gleichnamigen Leipziger Musikkneipe und Sänger bei „The Last Deal“ das Blues-Gefühl treffend: „Weg zu wollen, doch man weiß nicht wohin“. „The Last Deal“ war einmal „Peter’s Deal“. Doch nach dem Tode von Bandgründer „Kautzer“, wie Peter Kautzleben genannt wurde, formierte sich die Band neu um den Frontmann Tonelli. Manch einer erinnerte sich noch. „Kautzer“ ist auch schon einmal bei einer Rocknacht aufgetreten. Damit hat sich wieder einmal ein Kreis in Taucha geschlossen.

Auch andere Kreise schlossen sich zur Rocknacht: Wolle und Manni vom Stammtisch38 waren extra aus Braunschweig angereist und das nun schon zum fünften Mal. Das hatte auch einen besonderen Grund. Die beiden Brüder haben sich zum Ziel gesetzt, die Musikkultur in den heimischen Kneipen am Leben zu erhalten. Entstanden ist dabei ein großes Netzwerk, zu dem nun auch Taucha gehört. „Taucha ist für uns Pflichtprogramm, einmal im Jahr“, sagten sie dem Online-Magazin und setzten hinzu: „Die Nähe zu den Musikern ist einfach phänomenal“. Sagten es und knüpften schon wieder Kontakte auch für das Internetradio „Radio Kultig“, das ihnen am Herzen liegt. Zu den treuen Besuchern der Rocknacht gehört auch Andreas aus Dippoldiswalde. Er liebt vor allem handgemachte Rockmusik und da war er in Taucha genau richtig.

Die künstlerischen Rocknacht-Fäden hat wieder einmal Ingo Paul von „Four Roses“ gezogen. Sein ganz spezieller Dank galt dem gastgebenden Schlossverein und besonders Jürgen Ullrich, dem Vorsitzenden. Aber auch den zahlreichen Sponsoren und Unterstützern, die der Rocknacht schon seit Jahren die Treue halten. Kein Wunder, wenn man bei „wunderbarer Musik und guter Stimmung alte Bekannte“ trifft, wie es der “Last Deal” Saxophonist Massa auf den Punkt brachte. Trotzdem vermisste nicht nur er die Tauchaer. Aber die Rocknacht und „Four Roses“ wird es weiter geben., wie es Rose von „Four Roses“ am Schluss der Rocknacht verkündete. Freuen wir uns darauf.

Veröffentlicht am 14.07.19 auf www.taucha-direkt.de