Sagenhafte Quellenlesung mit Matt Liebsch an der Marienquelle
S. Günther, Matt Liebsch und Jerry J. Smith, Foto: M. KudraAm 25. Mai organisierte der Marienbrunner Literaturstammtisch (MLST) nun schon zum zweiten Mal eine Lesung an der Marienquelle. Nach dem Debüt im September vergangenen Jahres, wo sich mehrere Autorinnen und Autoren vorstellten, gehörte der Freitag Abend ganz den Leipziger Sagen und Matt Liebsch. Ein passender Ort, denn einer Sage nach heilte die Pilgerin Maria 1441 Leprakranke aus dem nahegelegenen Johannishospital durch Quellwasser. Der Leipziger Ex-Kabarettist („Gohglmhsch“) und Sänger einer Punkband und heutiger Moderator, Leser und Gestalter von Hörspielen für Kinder Matt Liebsch hatte sich für den Abend das Buch „Die Leipziger Sagen“ ausgesucht. Es enthält über 80 Sagen, die Timo Wildt basierend auf klassischen Sammlungen des 19. Jahrhunderts zusammengetragen und 2013 im bookra-Verlag veröffentlicht hat. Neben Kobolden in Auerbachs Hof, Nixen an der Pleiße und den Totengräbern von Großzschocher enthält das Buch auch die Sage von einem schönen Jüngling auf kräftigem Rosse, der um die Not der Menschen zu lindern, den Kampf mit einem Drachen wagte. Der Heilige Sankt Georg konnte den Drachen zwar besiegen, aber sein stolzes Pferd verlor ein Hufeisen und blutete am Hufe. Auf Geheiß des Königs wurde das Hufeisen zunächst an eine Linde bei dem Kampfplatze genagelt und später zum ewigen Gedächtnis an der Ostwand der Nikolaikirche befestigt. Da hängt es tatsächlich noch heute, wie Claus Uhlrich aus dem Publikum sofort bestätigte und den genauen Ort gegenüber vom Gästehaus der Universität beschrieb. Noch ganz ergriffen von der Lesung bekannte der 88-jährige Marienbrunner, der auch schon einige Bücher über die Gartenvorstadt geschrieben hat, dass er etwas dazu gelernt hat. Ein schöneres Kompliment konnte er Matt Liebsch nicht machen, der bei seiner Vortragsweise gekonnt Akzente zu setzten wusste und die immerhin ca. 15 Anwesenden in die geheimnisvolle Welt Leipziger Sagen entführte.

Für das leibliche Wohl der zufriedenen Gäste sorgten Susanne Günter und Jerry J. Smith vom MLST. Zudem konnten an einem Büchertisch von den Autoren der Marienbrunner Lesenacht zur Verfügung gestellte Bücher gekauft werden. Dabei war auch schon das Buch „Zone C“, das der Autor Sebastian Caspar am 28. September zur nächsten MLST-Lesung in der Futterkiste vorstellen wird. Mit dem Büchertisch beteiligt sich der MLST demnächst am Johannisfest der Freunde Marienbrunn (24. Juni) und am Familienfest auf dem Arminiushof (25. August) zur 105-Jahr-Feier der Gartenvorstadt.

Veröffentlicht am 30.05.18 im Marienbrunn-Blog marienbrunn.wordpress.com