Literaturpreise der Stadt Taucha vergeben
Zur Literaturgala am Sonnabendnachmittag in der Grundschule am Park wurde der 14. Literaturwettbewerb der Stadt Taucha ausgewertet und die Preisträger geehrt. Diesmal stand der Wettbewerb unter dem Motto “Endlich Urlaub”.
Sieger und Nominierte
Aber zur Überraschung der 7-köpfigen Jury gingen diesmal nur insgesamt 44 Einsendungen ein, darunter sogar nur 4 Einsendungen für den Kindernachwuchspreis und 6 für den Jugendnachwuchspreis. Auch wenn nach Einschätzung der Jury das Niveau stagnierte, überzeugten wieder einmal die Siegerwerke in den 4 Kategorien.
Den Anfang machte Denise Hennig mit ihrer Urlaubsgeschichte auf einem Pferdehof. Die 9-jährige Tauchaerin bekam dafür den Kindernachwuchspreis. Auch beim Jugendnachwuchspreis gab es mit Lea Alfaenger eine eindeutige Siegerin. Ihre Geschichte “Aufbruch in eine neue Welt” zeichnet das Schicksal einer Flüchtlingsfamile aus der Sicht eines Kindes nach. Nicht nur die Jury war von der Wortwahl der 13-jährigen Tauchaerin beeindruckt und vergab dafür völlig zurecht den Jugendnachwuchspreis.
Auch Dagmar Eberts Geschichte “Die Reise zu mir” imponierte der Jury, nicht nur wegen des Sprachstils, sondern vorallem beim Herangehen an das Thema, wie Laudatorin Susan Hastings in Vertretung von Jürgen Ullrich hervorhob. In Eberts Geschichte geht es eben nicht um einen Ausflug in ferne Welten, nein, um eine Wanderung durch die nähere Umgebung Tauchas bis hin nach Torgau. Eine Aufforderung dem Alltag zu entfliehen, um wieder zu sich selbst zu finden. Bereits 2004 hatte Dagmar Ebert mit ihrer heimatverbundenen Geschichte “Versöhnung, Annäherung an eine kleine Stadt” den Literaturpreis der Stadt Taucha erhalten. Dagmar Ebert ist damit in der Geschichte des Wettbewerbes die einzige Teilnehmerin, die zweimal den Literaturpreis gewonnen hat. Das Siegergedicht von Petra Müller bei den Erwachsenen fiel nicht nur wegen seiner Kürze etwas ab.
Noch kurz etwas zur Statistik. Von den 44 eingerichten Beiträgen stammen 31 Autoren aus Taucha, Leipzig und Umgebung. Auch ein Schweizer beteiligte sich am Wettbewerb, der von 9 bis 83 Jahren ein großes Altersspektrum erreichte.

Anstoß für die Literaturgala war 14 Uhr und pünktlich zum Anstoß des Bundesliga Spitzenspiels RB Leipzig gegen Bayren München war Abpfiff. Ein perfektes Timing der Stadtverwaltung, die diesmal die gesamte Organisation und Durchführung der Veranstaltung in ihren Händen hielt. Nico Graubmann, Tauchas Pressechef, moderierte die Gala gekonnt und war überrascht von dem trotz Fußball zahlreich erschienenen Publikums.
Auch wenn Tauchas Bürgermeister Tobias Meier feststellte: “Die Literatur gehört zu Taucha” bleibt die inhaltliche Ausgestaltung des Wettbewerbes zunächst offen. “Es soll aber auf jeden Fall weitergehen” versicherte Nico Graubmann dem Online-Magazin. Gemeinsam mit dem Freundeskreis Literatur, dem Träger des Wettbewerbes, ist man auf der Suche nach neuen Wegen, um vor allem das junge Publikum wieder zu erreichen.
Es wäre doch zu Schade, wenn auch in Hinblick des Doppeljubiläums (850 Jahre Stadt und 800 Jahre Schloss Taucha) in 3 Jahren der einzige Literaturwettbewerb des Landkreises Nordsachsen einschlafen sollte.
Dass das Publikum bei soviel Literatur nicht einschlief, dafür sorgten Frank Walter und Lutz Pohlers (“Jahrgang 65″), die mit eigenen Songs rund um das Thema Urlaub die Gala musikalisch umrahmten.

Veröffentlicht am 14.05.17 auf www.taucha-online.de